Harald Philipp war von 2007 bis 2015 Ausbilder im DIMB Bundeslehrteam für BikeGuides und FahrtechnikTrainer. Als selbständiger Fahrtechniklehrer vermittelte er von 2005 bis 2015 seine Fahrphilosophie auf alpinen Trails.

Harald Philipp war von 2007 bis 2015 Ausbilder im DIMB Bundeslehrteam für BikeGuides und FahrtechnikTrainer. Als selbständiger Fahrtechniklehrer vermittelte er von 2005 bis 2015 seine Fahrphilosophie auf alpinen Trails.

Der Rote Faden

Der Rote Faden fasst meine grundsätzliche Fahrphilosophie zusammen. Wenn man die folgenden vier Grundsätze in jeder Fahrsituation beachtet, wird man sicherer und mit mehr Flow abwärts biken. Die Grundsätze sind Anfänger und Experten gleichermaßen gültig. Der Rote Faden zieht sich durch alle weiteren Fahrtechniken.

1. Blick und Kopf

Der Blick fährt 2sek voraus. Der Fokuspunkt ist nicht fixiert sondern wandert abhängig von Geländeformationen und Tempo: Bei 5km/h Fahrtgeschwindigkeit sollte man ca. 2,5m voraus schauen, bei 30km/h bereits ca. 17m. Man kann natürlich auch schneller Fahren als sein Blick, langfristig gesund ist das aber nur selten.

Grundsätzlich sollte man otimistisch schauen, also auf die Lösung und nicht auf das Problem. Bei einer abgründigen Kehre ist das Problem auf der Kurvenaussenseite schnell im Augenwinkel erkannt. Auf der Innenseite sieht man aber vielleicht die Lösung.

Nicht an jedem Tag ist man gleich gut Fokussiert. Wenn der Blick vor dem Vorderrad klebt und man nur Unfahrbarkeiten und Gefahrenstellen sieht, hilft Meditation oder eine panoramareiche Kaffeepause. Und manchmal muss man einfach akzeptieren, dass es nicht rund läuft. Bei reduzierem Tempo und Ansprüchen an sich selbst kann man dann trotzdem viel Spaß haben!

2. Zentralposition

Grundsätzlich versuche ich in jeder Fahrsituation möglichst zentral über dem Rad zu stehen. Zu weit vorne droht der Überschlag, zu weit hinten der Kontrollverlust. Statt vor- und zurück bewege ich mich vor allem hoch- und tief.

3. Bremsen über Vorderrad

Die Vorderradbremse ist mein bester Freund. Die Hinterradbremse ist nett und hilfreich, aber alles was mit Entschleunigung zu tun hat kommt von vorne.

4. Steuern über Radneigung

Starke Lenkmanöver bringen immer Unruhe ins Biken. Statt zu lenken steuere ich mein Bike über die Radneigung, wie beim Carven mit Skiern. Mit einem geneigten Versetzer kann man selbst engste Kehren mit weniger als 10 Grad Lenkeinschlag durchfahren.